Dressage rider in sitting trot showing relaxed hips and soft contact

Warum deine Hüften dich möglicherweise im Sattel zurückhalten

Manche Reiterinnen verbringen Jahre damit, ihren Sitz zu verbessern oder bessere Bewegung bei ihrem Pferd zu erreichen, ohne zu erkennen, dass das Problem aus einem übersehenen Bereich kommen könnte: den Hüften.

Deine Hüftmobilität und -kontrolle beeinflussen, wie du Bewegung absorbierst, Hilfen gibst und dem Rücken des Pferdes folgst. Wenn deine Hüften steif, ungleichmäßig oder unverbunden sind, wird sich dein Reiten immer schwerer anfühlen als nötig.

In diesem Beitrag betrachten wir, wie Hüftrotation dein Reiten beeinflusst und was du tun kannst, um deine Beweglichkeit, Balance und Bewusstsein zu verbessern.

 

Was ist Hüftrotation und warum sie wichtig ist

Das Hüftgelenk bewegt sich in mehrere Richtungen, aber für Reiterinnen sind besonders Innen- und Außenrotation wichtig.

Innenrotation ist, wenn dein Oberschenkel nach innen rollt.

Außenrotation ist, wenn dein Oberschenkel nach außen rollt.

Im Sattel brauchst du beides. Deine Hüfte muss dem Oberschenkel erlauben, sich um das Pferd zu legen, ohne deine Sitzknochen aus der Ausrichtung zu ziehen oder dich zum Greifen zu veranlassen. Je mehr Freiheit und Kontrolle du in deinen Hüften hast, desto stabiler und weicher kann dein Sitz sein.

Ohne sie könntest du:

  • Im Sitzen hüpfen
  • Zur einer Seite einknicken
  • Mit Knien oder Oberschenkeln greifen
  • Bei Übergängen den Kontakt verlieren
  • Schwierigkeiten haben, in der Seitenarbeit ausbalanciert zu bleiben

 

Zeichen, dass deine Hüften dich einschränken

Hier sind einige häufige Reitmuster, die darauf hindeuten, dass deine Hüften mehr Aufmerksamkeit brauchen:

Du spürst, dass ein Bein anders sitzt als das andere

Oft ein Zeichen asymmetrischer Hüftrotation. Eine Seite rotiert leichter als die andere und zieht dein Becken ungleichmäßig.

Du verlässt dich stark auf deine Steigbügel für die Balance

Wenn deine Hüften der Bewegung nicht folgen können, versuchen deine Füße oft, die Kontrolle zu übernehmen.

Deine Sitzknochen fühlen sich nicht gleichmäßig an

Enge Hüften oder der untere Rücken können einen Sitzknochen anheben, ohne dass du es merkst.

Du wirst nach dem Reiten im unteren Rücken oder in den Hüften wund

Das bedeutet normalerweise, dass deine Gelenke mehr Kraft absorbieren als sie bewältigen können.

Du kämpfst darum, tief zu sitzen, ohne zu greifen

Hüftanspannung erzeugt die Notwendigkeit, sich anderswo im Körper festzuhalten.

 

Wie es sich anfühlt, wenn es funktioniert

Wenn sich deine Hüften gut bewegen, fühlt sich dein Sitz unabhängig und fließend an. Du kannst der Bewegung des Pferdes folgen, ohne zu hüpfen oder einzuknicken. Der Kontakt fühlt sich gleichmäßiger an, weil dein Becken weich aber geerdet ist. Übergänge fühlen sich einfacher an und du kannst auch bei fortgeschrittenerer Arbeit zentriert bleiben.

Deine Beine hängen natürlicher und deine Hilfen können ruhiger sein.

Kurz gesagt, dein Sitz wird klarer und dein Pferd wird reaktionsfähiger.

 

Übungen zur Verbesserung der Hüftrotation

Die Verbesserung deiner Hüften erfordert sowohl Mobilität als auch Kontrolle. Versuche eine Kombination des Folgenden, sowohl außerhalb als auch auf dem Pferd.

Außerhalb des Pferdes

1. 90/90 Hüftrotation 

Sitze auf dem Boden mit einem Bein vor dir, Knie im 90-Grad-Winkel, und dem anderen hinter dir in derselben Form. Rotiere sanft zwischen den Seiten. Das hilft, Innen- und Außenrotation auszubalancieren.

2. Gesäßbrücken mit Rotation 

Liege auf dem Rücken, Füße flach. Wenn du in eine Brücke ansteigst, rotiere sanft ein Knie nach außen, dann wechsle. Das verbessert Kraft und Kontrolle in den Außenrotatoren.

3. Taube-Dehnung oder unterstützte Hüftöffner 

Öffne enge Gesäßmuskeln und tiefe Hüftmuskeln, die dein Becken aus der Mitte ziehen könnten.

4. Stehende Balance mit Knielift und Rotation 

Hebe ein Knie auf Hüfthöhe, dann rotiere das Bein langsam nach innen und außen. Das baut Balance und Kontrolle durch dein gesamtes Hüftgelenk auf.

 

Im Sattel

1. Schritt und Sitzen ohne Steigbügel 

Lass deine Beine hängen. Spüre das Schwingen deiner Hüften. Drücke nicht nach unten, bemerke einfach, ob beide Hüften dem Pferd gleichmäßig folgen.

2. Oberschenkel-Lösung 

Im Halten, bringe ein Bein nach vorne und vom Sattel für ein paar Sekunden, um Anspannung zu lösen, dann führe es sanft zurück. Mache eine Seite nach der anderen. Das hilft deinem Oberschenkel, flacher zu sitzen, ohne zu greifen.

3. Fokussierte Seitenarbeit 

Schulterherein und Seitwärtstreten sind tolle Wege zu spüren, ob deine Hüften deinen Hilfen entsprechen. Wenn eine sich leichter anfühlt als die andere, könnte ein Rotationsungleichgewicht vorliegen.

 

Kleine Fortschritte, großer Unterschied

Du brauchst keine perfekte Yoga-Flexibilität. Meistens brauchen Reiterinnen nur etwas mehr Bewusstsein und ein bisschen mehr Bewegungsumfang. Sogar fünf Minuten täglich gezielter Hüftarbeit können verändern, wie du sitzt und wie dein Pferd reagiert.

Du könntest bemerken:

  • Einen gleichmäßigeren Leichttrab-Rhythmus
  • Weniger Anspannung durch deinen Rücken
  • Klarere Seitenhilfen
  • Verbesserte Stabilität bei Übergängen
  • Bessere Verbindung durch deinen Sitz

 

Abschließende Gedanken

Hüftrotation ist einer der stillen Grundbausteine des guten Reitens. Sie wird oft nicht bemerkt, bis sie dich einzuschränken beginnt. Aber sobald du anfängst, bewusst damit zu arbeiten, beginnen sich die Dinge zu öffnen, nicht nur in deinem eigenen Körper, sondern auch in der Bewegung deines Pferdes.

Denke an deine Hüften als die Basis deines Sitzes. Wenn sie stabil, offen und gleichmäßig arbeiten, wird der Rest deines Reitens ausgewogener und effektiver.

Gib ihnen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Dein Pferd wird den Unterschied spüren.

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